Merida

Die Legende der Irrlichter

Reisende – vor allem, wenn ihr nach Sonnenuntergang auf unbekannten Pfaden unterwegs seid – hütet euch vor den Irrlichtern! Es wird gesagt, dass an bestimmten Tagen, für bestimmte Reisende, in bestimmten Teilen dieser Welt kleine Lichter am Horizont tanzen und verführerische Einladungen flüstern … Sie versprechen Antworten auf die ewigen Fragen des Lebens, verheißen die Erfüllung von Träumen, bieten einen Schlüssel zu geheimen Schätzen, kurz gesagt: eine Wendung des Schicksals.

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Bezaubert und neugierig folgen die ahnungslosen Reisenden den schwebenden Lichtern, hypnotisiert von den geflüsterten Versprechen. Doch gleichgültig, wie lange und inbrünstig sie ihnen auch folgen, bevor sie die flackernden, wunderschönen Lichter berühren können, verblassen sie und verschwinden… und lassen die Suchenden, die Träumer und die Schatzsucher verloren und verlassen allein zurück.

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Als Merida, die tapfere Titelheldin von Merida – Legende der Highlands in den Wald flüchtet, um ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, entdeckt sie dort ebenfalls solche kleinen blauen Lichter und spioniert ihnen nach. Merida folgt ihnen mutig an einen geheimnisvollen Ort, der die Macht besitzt, ihr Schicksal zu wenden – allerdings anders, als sie es sich erhofft hat.

„Die Irrlichter tauchen in vielen schottischen Volksmärchen auf“, sagt Regisseur Mark Andrews. „Es heißt, sie führen dich zum Triumph oder in den Untergang – sie ändern dein Schicksal – aber tatsächlich sind sie ein sehr reales Phänomen: Sumpf- und Moorgas steigt durch die Erde nach oben und durch natürliche Reaktionen entsteht dieses bläuliche Flackern. Der schottischen Überlieferung nach sollen manche Menschen ihnen früher gefolgt sein, weil sie diese Lichterscheinungen für kleine Feen hielten, und dann ertranken oder versanken sie in den Sümpfen.“

„Wir haben diese Irrlichter wie echte kleine Geister gestaltet“, so Andrews weiter. „Fast so wie Marleys Geist in Charles Dickens’ ’Weihnachtsgeschichte’. Obwohl er furchteinflößend ist, will Marley ja gar nichts Böses, er versucht vielmehr, Ebenezer Scrooge von seinem bisherigen Lebenswandel abzubringen. Das machen die Irrlichter auch, aber sie sind doppeldeutig, entweder gut oder böse – einerseits gerät Merida durch sie in immer größere Schwierigkeiten, andererseits führen sie sie schließlich genau dadurch auf den richtigen Weg.“

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