Merida

Meine Filmrezension für BRAVE

brave_new_hero_tapestry_colorstairs

Der amerikanische Kinostart liegt nun schon über einen Monat zurück und sieht im Box Office sehr zufriedenstellend aus. Die Produktionskosten von 185 Millionen Dollar waren schon nach kurzer Zeit wieder eingespielt und BRAVE konnte bereits in Nordamerika einen satten Gewinn verbuchen. Was jetzt noch fehlt, ist ein erfolgreicher Kinostart in Europa.

Wie Ihr sicher bereits gelesen habt, hatte ich vergangenen Samstag das große Glück, bei einem Sonder-Screening für deutsche Trickfilmer, Produzenten und Redakteure in Bonn (Bad Godesberg), Pixars 13. Kinofilm unter die Lupe zu nehmen. Die Vorführung fand in der Originalfassung statt und wird von mir selbstverständlich inhaltsfrei rezensiert.

merida_brave_bear_szenenbild

Mit fast sieben Jahren Produktionszeit, ist BRAVE das mit Abstand längste Projekt in der Geschichte des Studios und somit auch das erste Märchen seiner Art. Eine, mir in den letzten Wochen immer wieder gestellte Frage, möchte ich gleich zu Beginn der Rezension vorwegnehmen.

Ist dieser Film nur etwas für das weibliche Publikum?

Nein, definitiv nicht! In den letzten Wochen habe ich unzählige Filmkritiken studiert und gelesen, bekam ein ungutes Gefühl dabei was andere so schrieben. Inhaltlich hätte man annehmen können, dass sich das eine Filmportal die Informationen vom Nachbarn geholt hat und andersrum.

Fast einheitlich wurde berichtet, dass der Film eine großartige erste Hälfte habe und anschließend inhaltlich stark abbaut. Dem muss ich auf ganzer Linie widersprechen. BRAVE hat eine urkomische erste dreiviertel Stunde indem Charaktere und Familienverhältnisse dargelegt werden. Dieser Teil der Geschichte ist an Witzigkeit kaum zu übertreffen. Teilweise konnte man den darauffolgenden Gag akustisch nicht verstehen, weil das Publikum immernoch laustark über den vorrangegangenen lachte.

Anschließend bekommt der Film eine Wendung, die er meiner Meinung nach verdient hat und genauso gut braucht, um inhaltlich nicht uninteressant zu werden. Die Geschichte erhält neue Facetten, die Handlung wird ausgebaut und der Film bekommt an dieser Stelle einen unglaublichen Tiefgang. Wenn man zuvor keine Berührungspunkte mit Merchandise-Produkten oder The Art of BRAVE hatte, ist die Situation zwar schon etwas überraschend, aber dennoch notwendig um dem Film voranzutreiben und die Metapher mit auf den Weg zu geben.

brave_macintosh_bow

Was für mich persönlich unheimlich viel Gewichtung bei einem Animationsfilm hat, sind die Stimmen der Charaktere. Ich schaue mir einen Pixar-Film lieber zwei, drei mal in der Originalfassung an als einmal in deutsch. Denn nur hier erfährt der Zuschauer, was sich die Filmemacher bei den einzelnen Stimmen gedacht haben. In den deutschen Übersetzungen, geht dieser emotionale Bezug zur Person in der Regel verloren.

Und genau das ist ein Punkt bei BRAVE, der mich schwer beeindruckt hat. Die Synchronstimmen haben hier unglaubliche Arbeit geleistet. Mehrfach hat mir die Stimme von Merida eine Gänsehaut beschert und der schottische Akzent ein echtes Gefühl von Rauheit des Mittelalters vermittelt. Ein absoluter Pluspunkt! Hoffentlich bekommen unsere deutschen Stimmen ein annähernd gutes Ergebnis zustande.

brave_art_castle

Was das Thema Animation angeht, konnte man bereits im Vorfeld anhand der unzähligen Trailer und Clips einen kleinen Eindruck gewinnen, wie atemberaubend die schottischen Landschaften und Meridas unbändiges Haar sein werden. Dass Pixar es aber auch hier wieder einmal schafft, neue Wege zu gehen und scheinbar unüberwindbare Animations-Hürden bezwingt, machen den Film zu einer Augenweide, der seines Gleichen sucht. Noch nie hat rotes Haar so gut ausgesehen! ;)

brave_poster_neu_kino

Mein Fazit für BRAVE: Eine großartige Familiengeschichte, brillianter Humor, gepaart mit faszinierenden Landschaftsaufnahmen machen dieses Kinoerlebnis zu einem der besten 5 Pixar-Filme.

vorheriger beitrag nächster Beitrag

Das könnte dir auch gefallen

7 Kommentare

  • Antworten Gerold am 27. Juli 2012 um 14:38 Uhr

    Ich war sehr gespannt, wie er Dir als Pixar-Fanboy gefällt. Und bin glücklich über Deine Rezension. Ich habe mittlerweile beide Fassungen gesehen, Deutsch und Englisch. Die deutschen Stimmen sind durchaus annehmbar. Aber das schottische Lebensgefühl stellt sich mit der OV-Fassung deutlich besser ein. Das ist authentisch, aber zu verstehen. Mich haben auch die Animationen der Tiere sehr beeindruckt, vergleiche mal Maximus (Rapunzel frisch verföhnt) und Angus…

  • Antworten Johannes Wolters am 30. Juli 2012 um 15:18 Uhr

    Nur am Rande: Das war keine Pressevorführung in Bonn Bad Godesberg. Das war ein Sonderscreening für deutsche Trickfilmer/Produzenten/Redakteure!

  • Antworten Christian am 30. Juli 2012 um 18:59 Uhr

    Sorry, Johannes und danke für die Info. Ich habs korrigiert. Liebe Grüß und ein dickes Dankeschön an die INDAC.

  • Antworten Owley am 5. August 2012 um 14:51 Uhr

    Fand den Film ebenfalls grossartig und kann die negativen Stimmen nicht verstehen. Nachdem der Animationsfilm in den letzten Jahren etwas an Qualität verlor (viele Studios legten sich auf die faule Haut und brachten Sequel um Sequel), kehrt das Genre mit Brave zurück – mit einem dicken Ausrufezeichen. Ich liebe den Film.

  • Antworten stecornized am 8. August 2012 um 14:26 Uhr

    Danke für Deine tolle Rezension!

  • Antworten Rainbow am 12. August 2012 um 19:17 Uhr

    Meine Frau und ich fanden es sehr schön. Allerdings muss ich sagen dass uns beiden die ersten 15 minuten nicht besonders gefallen haben, es waren eher durchschnittliche handlungspunkte zu sehen, ab den zeitpunk wo die Hexe ins spiel kommt sog es uns in diese geniale welt hinein.
    Versteh die menschen nicht denen cars 1 und cars 2 nicht gefallen hat.
    Bei die amerikaner versteh ich es ja noch
    Cars 1 zeigt ja nicht die Welt die sie so sehr bewerben, allesmuss grösser und besser werden, cars erzählt die gegenseite. Cars 2 öl industrie. Ich finde john lasseter grossartig dass er die richtigen werte zeigt und nicht die in den neuen batman filmen, egoismus selbstsüchtigkeit aussichtslosigkeit. Es ist halt nur mein meinung.

  • Antworten Christian am 14. August 2012 um 10:56 Uhr

    Schön das Merida auf so positive Resonanz bei euch stößt. Das freut mich. :)

  • Schreibst Du mir? Toll, ich freu mich!