La Luna

Meine Filmrezension für La Luna

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Als ich 2009 mit dem bloggen anfing, hatte ich mir stets vorgenommen, keine Filmrezensionen für Pixar-Projekte zu schreiben. Ganz gleich ob es ein abendfüllender Kinofilm, der Kurzfilm vor dem Hauptfilm, oder „nur“ ein Cars Toon war.

Warum nicht?

Nun, als Fan der Pixar Animation Studios ist es schwer für mich, einen Film den man so lange begleitet hat und über den man täglich Berichte schreibt, objektiv, sachlich und ohne Euphorie nach ganz normalen Gesichtspunkten zu beurteilen. Die Problematik liegt hierbei im Detail. Bislang habe ich mich bei solchen Diskussionen meist verzettelt und in Rage geredet, stand am Ende mit meinen Ansichten und Bewertungen in der Regel alleine da. Deswegen habe ich es hier auf meinem Blog gelassen. Da mich aber immer mehr Besucher darum bitten und geradezu darauf drängen, versuche ich mit La Luna und BRAVE ein, sagen wir mal neues Kapitel im Pixarblog aufzuschlagen. Die Filmkritik wird selbstverständlich inhaltsfrei sein und keinerlei Hinweise auf irgendwelche Details von La Luna oder BRAVE verraten.

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La Luna, oder wie er in Deutschland genannt wird: „Mondlicht“ ist mit 6 Minuten und 53 Sekunden der bislang längste und zugleich emotionalste Kurzfilm in der Geschichte des Studios. Der gebürtige italienische Regisseur Enrico Casarosa erzählt die Fabel des kleinen Jungen Bambino, der zum ersten Mal seinen Vater und Großvater, nachts bei ihrem traditionsreichen Beruf auf hoher See begleiten darf.

Dort angekommen, entwickelt sich der Kurzfilm zu einer so liebevoll erzählten Gute-Nacht-Geschichte, dass man sich mit dieser Empfindung, direkt neben ein Kinderbettchen setzen, und die Kleinen in ihren wohlverdienten Schlaf bringen möchte. Was Casarosa und seine Crew hier geleistet haben, ist schier beeindruckend. Vollkommen dialogfrei, spricht der Film eine Sprache, die sich über Gemurmel und Getuschel erstklassig zu verständigen weiß. In einem der zahlreichen Interviews, die der Regisseur in der Zeit nach der Oscarverleihung oft gab, erfuhr ich, dass diese von Kleinkindern oft verwendete Sprache Gibberish (Spielsprache) genannt wird und für La Luna die perfekte Lösung der stillen Kommunikation zwischen den drei Generationen ist.

Wer jetzt glaubt, dass Mondlicht ein schwermütiger und ohne Humor auskommender Short ist, der irrt sich. Der liebevoll animierte Bambino, versteht es hervorragend die Lacher und Überraschungseffekte auf seiner Seite zu haben. Sowohl die musikalische Begleitung, als auch die Soundeffekte in diesem Vollmondspektakel, geben einem das Gefühl von Geborgenheit und nächtlicher Bettwärme. Das hierfür nur oscarpreisträger Michael Giancchino (OBEN – Married Life) in Frage kam, sollte jedem der den Kurzfilm gesehen hat bewusst sein.

Mein Fazit für La Luna: Neben Day & Night und Teilweise Wolkig einer der bislang Besten, wenn nicht sogar der Beste Kurzfilm von Pixar.

Wenn ich es zeitlich schaffe, wird es morgen die Filmkritik zu Brenda Chapman und Mark Andrews Kinofilm BRAVE geben. Bis dahin wünsche ich euch noch einen sonnigen Tag.

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5 Kommentare

  • Antworten Gerold am 24. Juli 2012 um 10:33 Uhr

    Stimme Dir absolut zu. Ich wollte Mondlicht sofort meiner kleinen Tochter zeigen, die würde das lieben. Aber die ist noch zu klein fürs Kino.
    Ich fand auch die Weite in der 3D-Fassung sehr beeindruckend, obwohl das Set an sich ja sehr limitiert ist- wie schön das Boot im nächtlichen Meer mit dem weiten Horizont treibt, ist im wahrsten Sinne traumhaft.

  • Antworten Owley am 24. Juli 2012 um 11:04 Uhr

    Ich finde es gut, dass du dich an Rezensionen heranwagst. Niemand erwartet allzu objektive Meinungen, mich interessiert eben gerade, was der Fanboy sagt. :) Und du stehst sicher mit deiner Meinung nach nicht alleine da, denn auch wenn du ein deutlich grösserer Pixar-Fan bist als ich, kann ich deine Liebe dafür verstehen :)

  • Antworten Christian am 25. Juli 2012 um 09:58 Uhr

    Na dann ist ja alles Bestens :D Danke!

  • Antworten Owley am 6. August 2012 um 14:47 Uhr

    Ich bin begeistert von La Luna, ein liebevoll gemachter Film. Und den Sound habe ich natürlich gleich erkannt, hatte im März ja die volle Giacchino-Dröhnung. Ich liebe den Typen einfach.

  • Antworten Christian am 14. August 2012 um 10:59 Uhr

    @Owley Du Glückspilz! :D Wie es jemand wie Michael G. immer wieder schafft, sich so neu zu erfinden, bleibt mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Der Mann ist ein Genie! Liebe Grüße.

  • Schreibst Du mir? Toll, ich freu mich!