The Blue Umbrella

Interview mit Saschka Unseld

Anfang des Jahres hatte ich die Gelegenheit dem Regisseur von The Blue Umbrella ein paar Fragen zu stellen. Leider durfte ich das Interview nicht sofort veröffentlichen und musste bist zum Kinostart von Die Monster Uni im Juni warten. Durch die Geburt meiner Tochter ist die Erinnerung an das Interview ins gedankliche Hintertreffen geraten. Was bitteschön ist wichtiger als die eigene Tochter? :) Nichtsdestotrotz will ich euch meine Fragen und die Antworten von Sachska Unseld nicht vorenthalten.

Pixarblog: Wie bist Du auf die Idee einer Liebesgeschichte zwischen zwei Regenschirmen gekommen?

 

Saschka Unseld: Die Idee zu der Geschichte kam mir an einem regnerischen Tag an dem ich am Straßenrand einen weggeworfenen Regenschirm fand. Der Anblick dieses halb kaputten und weggeworfenen Regenschirms war so herzzerreißend, dass ich mir vornahm die Geschichte dieses Regenschirms zu erzählen. Für mich ist der Film auch eine Liebeserklärung an den Regen. Und die passendste Geschichte für eine Liebeserklärung ist natürlich eine Liebesgeschichte.

 

PB: Wessen Idee war es, den Kurzfilm so realistisch wie möglich aussehen zu lassen?

 

SU: Dies kam durch die Idee der Stadtfiguren, die lebendig werden. Mir war wichtig, dass dieses Moment überraschend und magisch ist. Dies wäre nicht der Fall gewesen, wenn die Stadt nicht realistisch ausgesehen hätte. Denn in einer „Cartoon-Stadt“ erwartet man solche Sachen viel eher.

 

PB Musste für die Simulation der abperlenden Regentropfen eine neue Software konzipiert werden oder konntet ihr auf vorhandene Tools zurückgreifen?

 

SU: Wichtig hierbei war die genaue Beobachtung von dem was in der Realität passiert. Ein großer Arbeitsaufwand floss vor allem in die Beleuchtung dieser Tropfen, um diese nicht nur real sondern vor allem schön und poetisch aussehen zu lassen.

 

PB: War Rainy City Tales 332 (Tumblr-Blog) eine Art persönliches Tagebuch für dich oder geplantes virales Marketing von Pixar?

 

SU: Das war immer nur für mein persönliches Tagesbuch gedacht, welches mir half Gedanken auszuprobieren. Von dem Moment an, als wir den Film offiziell bekannt gaben, war es zusätzlich eine schöne Art Details der Produktion mit der Animationscommunity zu teilen.

 

PB: Wie lange dauerte es insgesamt, von der Idee bis zum fertigen Short?

 

SU: In meinem Fall waren das grob zwei Jahre. Es brauchte in etwa ein Jahr um die richtige Geschichte zu finden, die ich erzählen wollte. Und das zweite Jahr war dann Produktion.

 

PB Wie habt ihr es geschafft, Jon Brion für den Soundtrack zu gewinnen?

 

SU: Wir sind nach Los Angeles runtergeflogen, haben uns mit ihm getroffen und haben ihm das Projekt vorgestellt. Er war sofort super begeistert und wir fingen direkt an über Musikideen nachzudenken.

 

PB: Beschreibe doch bitte kurz wie für dich der pitching Prozess mit John Lasseter ablief. Warst Du sehr aufgeregt?

 

SU: Ich war natürlich sehr aufgeregt. Aber John Lasseter ist ein unglaublich guter Zuhörer. Und wenn man so jemandem eine Geschichte erzählt, dann hilft das sehr. Er war schon während ich die Geschichte erzählte super begeistert und somit legte sich meine Nervosität schnell.

 

PB: Welchen Prozess als Regisseur fandest du persönlich am interessantesten?

 

SU: Ich mag das komplette Produktion-Gerne. Besonders mag ich aber die Geschichtsentwicklung. Die Zeit, in der die Geschichte in jegliche Richtung gehen könnte und man frei assoziieren kann über die Figuren und die Welt, in der die Geschichte stattfindet.

 

PB: Wann und wer entscheidet, ob der Kurzfilm in Vancouver produziert wird? Stand diese Wahl des Studios zur Frage?

 

SU: Alle originalen Kurzfilme wurden in Emeryville hergestellt. Vancouver stellt die Kurzfilme her die auf existierenden Filmen (Toy Story & Cars) aufbauen.

 

PB: Was können wir zukünftig von dir erwarten? Arbeitest du wieder an einem Hauptfilm?

 

SU: Ich arbeite immer an Ideen und Geschichten, die ich habe. Dieses Jahr werde ich mich aber erst einmal auf Festivals und den Kinostart von “Der blaue Regenschirm” konzentrieren.

 

PB: Vielen lieben Dank für das Interview.

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4 Kommentare

  • Antworten Owley am 19. August 2013 um 01:49 Uhr

    Schade, dass er deine interessanten Fragen (Jon Brion, Enstehungsprozess) so kurz und knapp beantwortet hat. Trotzdem: Cooles Interview! Beneide dich darum, war heute zum vierten Mal in MU und immer wieder begeistert von diesem Vorfilm (wie vom Hauptfilm selber :-P)

  • Antworten Christian am 20. August 2013 um 14:21 Uhr

    Saschka war zu dieser Zeit in der halben Welt unterwegs und musste gefühlte 10 Interviews pro Tag geben. Da kann man es irgendwie auch verstehen wenn die Antworten wie bei dieser einen Frage spärlich ausfallen. Ich kann es kaum erwarten den Film endlich auf Blu-ray zu haben.

    Grüße!

  • Antworten Owley am 25. August 2013 um 15:48 Uhr

    Jau, verstehe ich auch. Nur eben, ist halt schade.

    Und ja, auf MU freue ich mich auch – bei Blue Umbrella müssen wir wohl oder übel noch ein bisschen warten. Zum Glück konnte ich den auf der Arbeit immer mal noch schnell gucken. Und die Musik von Jon Brion läuft hier ja auch rauf und runter…

  • Antworten Christian am 27. August 2013 um 12:29 Uhr

    Gibt es einen Vertrieb der CD? Finde leider keine Möglichkeit die CD zu erwerben. Oder hast du sie über den Ami-iTunes-Store geholt?

  • Schreibst Du mir? Toll, ich freu mich!